Chips die unter die Haut gehen
Nachdem sich Kevin Warwick, Professor am Institut für Kybernetik der University of Reading, schon 1998 für eine Woche einen Chip in den Arm implantieren ließ, durch den er in einem entsprechend ausgerüsteten Gebäude identifiziert aber auch lokalisiert werden konnte, ging er im Jahre 2002 um einiges weiter. Während sich bei der ersten Implantierung für ihn lediglich die Türen automatisch öffneten und das Licht anging, wobei auch ein komplettes Bewegungsprofil erstellt werden konnte, machte ihn die zweite endgültig zum ersten, zumindest bekannten, Cyborg der Welt. Dabei nämlich gingen die Empfindungen seiner Nervenstränge über einen Wandler ins Internet.
“Mein Nervensystem wurde in New York ins Internet gestellt, die Roboterhand war in England. Wenn sie etwas mit den Fingerspitzen fühlte, sandten Sensoren die Signale übers Internet nach New York direkt in mein Gehirn. So konnte ich fühlen, wie stark die Hand zugriff. Mein Körper erstreckte sich also via Internet über den Atlantik”
Man überlege sich was möglich ist, wenn man das ganze umdreht. Wenn man Anweisungen in Form elektrischer Signale wandelt und sie an das Gehirn weiterleitet!
Auch die Wirtschaft ist schon länger am Thema der Chipimplantate interessiert. So entwickelte die amerikanische Firma Applied Digital Solutions einen Chip mit GPS-Tracking, Sensoren und Datenfunk, das sie im Jahr 2000 erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Mit dem Digital Angel genannten System kann der Träger des Chips jederzeit überall auf der Welt lokalisiert werden. Dazu wird der Träger natürlich auch eindeutig digital identifiziert. Weiterhin werden Körpertemperatur, Pulsschlag, Blutdruck und weitere Parameter registriert. Mit Funktionalitäten wie dem Aufspüren vermisster Kinder oder entlaufener Alzheimererkrankter, oder sogar Entführter, wird der Chip dem Volk angepriesen.
Doch da das Volk nicht willig ist, wird es eben überzeugt. Mit Chips wie dem VeriChip, hergestellt von VeriChip Coorporation, einer hundertprozentigen Tochterfirma von Applied Digital Solutions, soll dem Bürger der positive Nutzen eines solchen Implantats vor Augen geführt werden. VeriChip ist ein RFID-Chip der unter anderem für medizinische Zwecke verwendet wird. Er stellt also die nächste Stufe der bei uns kurz vor der Einfürung stehenden eGK (elektronische Gesundheitskarte) dar. Mit ihm ist man zwar nicht wie mit dem Digital Angel immer und überall lokalisierbar, aber doch an jeder Lesestation. Und wie der Name schon sagt, kann man diese an beliebig vielen Orten stationieren.
Die bargeldlose Zahlung mittels eines implantierten Chips gibt es schon in einigen Diskotheken. Auch Supermarktketten interessieren sich für diese Art des bargeldlosen Geldtransfers. Dann bleibt nur noch abzuwarten, bis man überall damit zahlen kann. Denn dann wird eine Kombination aus all diesen Chips doch ein must have, oder etwa nicht?
Ganz im gegenteiligen Sinne der von Applied Digital Solutions eingetragenen Marke Get Chipped:
Don’t get chipped - never!!!
Quellen: wikipedia.de; heise.de; privacy.de; golem.de; internet-nachrichten.com; dw-world.de
Ein Kommentar zu “Chips die unter die Haut gehen”
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Freitag 25. Januar 2008 um 17:35
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