Die eCard
Die eCard oder auch “Gesundheitskarte“, die ab 2008 Horrorvisionen zur Wirklichkeit werden läßt.
In der Öffentlichkeit hört man nur dauernd etwas von den Vorzügen dieser Karte:
- Vermeidung von (für die Kassen sowieso kostenlosen) Doppeluntersuchungen,
- schnellere Kommunikation zwischen Ärzten,
- Patient steht im Mittelpunkt aller Bestrebungen.
NICHTS dagegen hört man von:
- zentraler Speicherung auch der intimsten Daten auf Großservern, um deren Standort erbittert gekämpft wird
- jeder hat Zugriff, nur der Betroffene nicht
- es braucht nur Begehrlichkeiten und eine klitzekleine Gesetzesänderung, und schon liegen alle Daten offen
- die Haie pumpen endlose Geldmengen in PR- Kampagnen, denn hier winkt ein Profit ohne Ende
Das Problem besteht darin, daß JEDER an die Daten kommen kann.
Die medizinischen Daten der Patienten sollen auf Großservern zentral gespeichert werden, da die Chipkarte entgegen landläufiger Meinung lediglich die Kapazität für Grunddaten (Geburtsdatum, Anschrift etc.) hat.
Mit anderen Worten- alles das, was man höchstens dem Arzt erzählt, liegt quasi für jeden mit genügend krimineller Energie in Greifweite.
Aber nicht kleine Kriminelle sind hier ausschlaggebend, sondern eher andere.
- im Bundestag braucht es nur eine kleine Gesetzesänderung, und die Daten sind offen.
- Versicherungen und Arbeitgeber sind aufs äußerste interessiert, ob ihr Kunde/Angestellter evtl. Risiken mit sich herumträgt- auch von Eltern oder Großeltern geerbte.
- Daten sind Geld: Datenhändler werden sich freuen, Alles über Sie zu wissen. Und zu verkaufen.
Szenario: Sie leiden an Brustkrebs oder Thrombose oder irgendwas Andrem, was nach landläufiger Meinung als vererblich gilt- Ihre Kinder werden nirgendwo eine Kranken- oder Lebensversicherung bekommen. Und wohl auch keinen Job.
Jetzt nehmen wir noch Käuferprofile per RFID dazu- Ihre Krankenkasse weiß dann sofort, daß sie
- als Diabetiker Schokolade kaufen
- als Fettstoffwechselgestörter über die Stränge schlagen
usw., und -zack- steht die nächste Beitragserhöhung oder der Ausschluss an.
Ein Patient hinterlässt so eindeutige Spuren im Internet. Ein Fahnder, der dank des neuen Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung auf die Verbindungsdaten zugreift, weiß zwangsläufig von Diagnosen und Krankheiten. Der Kontakt etwa mit einem Spezialisten für Sexualdelikte oder ein Gespräch mit den Anonymen Alkoholikern wird ein halbes Jahr lang gespeichert.
Nordrhein-Westfalen erlaubt dem Landesverfassungsschutz den Zugriff auf Arztrechner. Arztgeheimnis hin oder her – der Bürger wird zu einem gläsernen Patienten. Und sein elektronisches Bewegungsprofil wird nicht mehr nur Aufschluss geben über die Krankheiten, die er hat. Vielmehr auch über die, die er mit großer Wahrscheinlichkeit bekommen wird. Und ein Überwacher kann diese Daten einsehen.
Daten über Krankheiten oder deren Risiken sind viel Geld wert. Eine potentiell große Versuchung für diejenigen, die solche Daten speichern. Der Diskretion seines Arztes kann ein Patient vermutlich sehr viel eher vertrauen als der seines Überwachers.
Ein Kommentar zu “Die eCard”
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Mittwoch 12. März 2008 um 05:31
My brother and I are pleased with your clever attitude concerned with Die eCard. This essay should be extraordinarily suitable principally for taxpayers in Hamlin .