Der “Bayerntrojaner”
Erstellt von Dienstbote am Freitag 25. Januar 2008
Der Piratenpartei ist ein interessantes Schreiben ins Haus geflattert. Es handelt sich dabei um den Einsatz von einem “Trojaner”, welcher zum Abhören von Internet-Telefonie gedacht ist. Das Schreiben erfolgte zwischen dem Freistaat Bayern und einer Drittfirma. Dabei wird in erster Linie das Programm “Skype” angezapft. In dem PDF-Dokument geht hervor das es sich per Email oder mit Hand installieren lässt. Es kann die Gespräche abfangen bevor diese verschlüsselt werden, verschlüsselt sie selber, komprimiert sie und sendet sie an die zuständigen Server der Ermittler. Man kann den Trojaner spurlos entfernen, aktualisieren oder erweitern. Sind das nicht die Funktionen des geplannten Bundestrojaners?
Es kommt noch besser, den dieser Trojaner kann weiterhin noch die private SSL-Verschlüsselung(Bankdaten, Email, Onlineshops, Chats) aufdecken. Er sendet die Schlüsel und Metadaten auf den Server der Abhörer. Dort werden sie dann visualisiert. Die Dekodierung ist derzeit nur möglich mit Firefox- und IE-Browser. Der Anbieter empfliehlt außerdem noch zur Verschleierung der IP-Adresse zwei Proxyserver. Einer davon in Übersee.
Dabei stelle ich mir viele Fragen. Wie kann dies nicht bemerkt werden vom Benutzer? Das ist trotzdem eine Menge Bandbreite die übertragen wird. Außerdem werden die Daten nochmal extra verschlüsselt und komprimiert. Das heißt bei einer langsamen Anbindung und einem älteren Rechner kommen viele Probleme auf. Dazu kommt noch die Frage wie die Software den Rechner erreicht? Man muss schon sehr an Informationsmangel leiden, wenn man einfach Anhänge aus fremden Emails öffnet. Und in die Wohnung einfach einzubrechen dürfte sich schwierig gestallten bei unserer Rechtslage. Lest euch einfach mal die PDF-Datei durch. Ich denke jeder Sicherheitsexperte oder welche die gut informiert sind, werden ihre Freude daran haben.
Weitere Bedenken habe ich bei der Nutzung einer Drittfirma. Lasst doch mal diese Software auch an andere Einrichtungen verkaufen. Ich sehe dort ein sehr großes Missbrauchpotenzial, auch von Kriminellen. Desweiteren gehe ich stark davon aus, das solche Software schon im Einsatz ist. Was das Volk nicht weiß, macht es nicht heiß.
UPDATE:
Auf heise.de wurde gerade die PDF-Datei vom bayerischem Justizministerium als “nicht direkt als authentisch bezeichnet”. “Die Echtheit des Schreibens kann nicht bestätigt werden”, erklärte ein Sprecher der Behörde gegenüber heise online. Zugleich ist es aber auch keine Fälschung. Desweiteren äußert sich noch Felix vom CCC in seinem Blogeintrag darüber.
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